gern


gern
Das Wort gern ist mit ›begehren‹ verwandt und bedeutet eigentlich: was man begehrt; heute hat es viel von seiner ursprünglichen Bedeutungskraft eingebüßt und wird häufig nur noch ironisch gebraucht. Du kannst mich gern haben: du bist mir gleichgültig, mit dir will ich nichts mehr zu schaffen haben, ›Du kannst mir gewogen bleiben‹; heute wohl in allen deutschen Mundarten verbreitet und meist als euphemistische Verkürzung aus ›Am Hintern gern haben‹ aufgefaßt ( Arsch).
   An redensartlichen Vergleichen sind zu nennen: Er geht so gern wie der Dieb an den Galgen, wie die arme Seele ins Fegfeuer: er geht ungern; er ist gern gesehen wie ein Wolf unter den Schafen; Man sieht ihn so gern wie ein Ferkel in einer Judenküche: er ist unbeliebt. Kaum noch gebräuchlich ist die ältere Redensart einen auf ein Gericht Gerngesehen einladen: ihn zu einer einfachen Mahlzeit bitten. So sagt J.H. Voß: »(einladen) nur auf ein Butterbrot und ein Gerichtlein Gerngesehen«. Ähnlich klingt die noch heute gebräuchliche Höflichkeitsformel Gern geschehen als Antwort auf einen Dank. Häufig geht ihr die Floskel ›keine Ursache‹ voraus.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.