Schub

Schub
Einen auf den Schub bringen: ihn zwangsweise entfernen, mit gelinder Gewalt fortschieben, ursprünglich ein Fachausdruck für das polizeiliche ›Abschieben‹ von Übeltätern, Bettlern und Landstreichern. Sie wurden ›per Schub‹ an die Grenze gebracht. Schub bedeutete aber früher auch die Verweisung eines Rechtsfalles an ein anderes Gericht, was zur Verzögerung führte oder die Sache gar in Vergessenheit geraten ließ. Bismarck meinte das Nimmerwiedersehen damit, als er (›Reden‹ 6, 315) feststellte: »Der Herr Vorredner hat zwei Bestimmungen ausdrücklich getadelt und sie damit auf den Schub ad calendas Graecas gebracht«.
   Jemanden auf den Schub verfrachten: veralteter Ausdruck für das Wegschicken oder Ausweisen von Kranken, Sterbenden oder Bettlern aus Angst vor Seuchen (E. Moser-Rath: Lustige Gesellschaft [Stuttgart 1984], S. 251).
   Auf Schub gehen hieß früher in der Gaunersprache einbrechen und stehlen.
• A. BURKHART: Kirschenpflücker im Winter und Schneeschipper im Sommer. Zeitgenössische Darstellungen des Vagabundenlebens um die Jahrhundertwende (Mag. Arbeit, Freiburg i. Br. 1989).

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Schub — (englisch thrust) bezeichnet die Antriebskraft und dient als Kenngröße für die Leistungsfähigkeit von Strahltriebwerken und Raketentriebwerken. Der Schub dient der Überwindung des Luftwiderstandes und der Erdanziehungskraft, erzeugt den Vortrieb… …   Deutsch Wikipedia

  • Schub — Schub: Die nur dt. Substantivbildung zu dem unter ↑ schieben behandelten Verb (mhd. schup, schub »Aufschub; Abschieben der Schuld auf andere«) gehörte ursprünglich nur der Rechtssprache an. Erst nhd. wird es in weiterem Sinn gebraucht, z. B. in… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Schub — Schub, 1) die Kraftäußerung, durch welche ein Gegenstand plötzlich, schnell u. in Menge fortbewegt wird; 2) die durch einmaliges Schieben fortbewegte Masse od. Menge Gegenstände; 3) so viel Brod od. Semmel, als auf einmal gebacken wird; 4) das… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schub — (Schubtransport), das polizeiliche Fortschaffen einer Person nach einem bestimmten Ablieferungsort. Die Transporte sind tunlichst in Einem Tag auszuführen. Ist dies nicht möglich, so muß der begleitende Polizeibeamte (Transporteur) den zu… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schub — Schub, die polizeiliche Fortschaffung nicht legitimirter od. verdächtiger Subjecte in ihre Heimath …   Herders Conversations-Lexikon

  • Schub — Schub, der; [e]s, Schübe …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Schub — Pep; Elan; Verve; Schwung; Insult (fachsprachlich); Anfall * * * Schub 〈m. 1u〉 1. das Schieben, einzelner weicher Stoß 2. das Geschobene, auf einmal bewegte Menge 3. größere Anzahl von Personen od. Dingen 4. 〈Phys.〉 Kraft, mit der ein durch… …   Universal-Lexikon

  • Schub — Schu̲b der; (e)s, Schü·be; 1 die Kraft, die etwas antreibt, in Bewegung setzt: der Schub, den eine Rakete beim Start braucht || K : Schubkraft, Schubleistung, Schubwirkung 2 Med ≈ Anfall <ein depressiver, manischer Schub>: eine Krankheit,… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Schub — 1. Wenn der Schub (Raub) da ist, hoffen die Gezeugen nicht. – Eiselein, 555; Simrock, 9211. *2. Auf den Schub fort müssen. – Eiselein, 555. *3. Auf den Schub kommen. – Eiselein, 555. *4. Er handelt um Schübe. – Sutermeister, 101. Er sucht… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Schub — der Schub, ü e (Mittelstufe) bestimmte Menge an Personen, Dingen, die gleichzeitig befördert, eingelassen o. Ä. werden Beispiele: Den ersten Schub Bretter haben wir schon abgeladen. Der letzte Schub Besucher ist ins Museum eingetreten …   Extremes Deutsch

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